Moses Rosenkranz,
Briefe

 


Briefe an Alfred Margul-Sperber

1930–1963
mit autobiographischen sowie literaturkritischen Dokumenten.
Herausgegeben von George Guțu.
Rimbaud Verlag, Aachen: 2015
232 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-89086-377-1

Moses Rosenkranz stand, wie Alfred Kittner prägnant sagte, «in länger oder kürzer währenden Freundschaftsbeziehungen zu Alfred Margul-Sperber, Alfred Kittner, Oskar Walter Cisek, Immanuel Weissglas, Ion Pillat, Vasile Voiculescu, Harald Krasser, Wolf Aichelburg, Hermann Roth. Alle, die sein Werk und seine Persönlichkeit kannten, haben seiner Dichtung eine überragende Bedeutung beigemessen.» Als am längsten und am dauerhaftesten, auch wenn nicht völlig reibungslos, erwies sich das freundschaftliche und schriftstellerische Verhältnis zwischen Margul-Sperber und Rosenkranz.

Im Bukarester Sperber-Nachlass befinden sich im Muzeul Național al Literaturii Române zahlreiche Briefe und Postkarten, die Rosenkranz seinem Freund, «Margul, dem Riesen», geschickt hat. Das Persönliche wurde sehr oft von existenziell-dichterischen Freuden und Nöten weitgehend zurückgedrängt. Nicht immer ist das Verhältnis, wie gesagt, harmonisch gewesen, manchmal führten Dissonanzen bis zu seinem totalen Abbruch, bis zur «Kriegserklärung». Doch das dominierende Gefühl ist letztendlich jenes, dass man einen Freund hat, dem man sich anvertrauen kann, der mit der Zeit für die eigene lyrische Produktion fast unerlässlich wurde: man brauchte seine Anregungen, seine Kritik, sein Lob.
George Guțu

George Guțu, geboren 1944 in Galatz/Galați, Rumänien, studierte Germanistik und Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig und wirkt weiterhin als nun emeritierter Germanistikprofessor und als Übersetzer an der Universität Bukarest. Er ist Gründer und Präsident der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens.


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Briefe an Kaspar Niklaus Wildberger

1978–1993
Vorwort Kaspar Niklaus Wildberger.
Nachwort Bernhard Albers.
Rimbaud Verlag, Aachen: 2016
108 Seiten, Klappenbroschur
ISBN 978-3-89086-354-2


Letzte Erwartung

Die Treppe knarrt. Ich halt den Atem an.
Vielleicht kommt jemand jetzt zu mir:
ein Weib ein Kind ein obdachloser Mann.
Ich steh und warte hinter meiner Tür.

Mein Herz schlägt lauter als im Augenblick
da mir zum Kuß sich erster Mund genaht.
Wer jetzt hereinkommt ist mein letztes Glück,
ist die Erfüllung die ich oft erbat.

Wer du auch seist, komm nur geschwind herein,
hörst du die Glocke meiner Sehnsucht nicht;
hörst du nicht einer Seele Hilfeschrein,
die hinterm Türschloß Einsamkeit zerbricht?

aus: Wieder zu Haus; Klage und Bericht 4


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